Bestimmung und Beurteilung des Vitamin-D-Status: Grundlagen und Referenzwerte
Der Vitamin-D-Status wird durch die Messung von 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D) im Blutserum bestimmt. Dieser Marker spiegelt sowohl das endogen produzierte als auch das aus Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln stammende Vitamin D wider. 25(OH)D hat eine Halbwertszeit von etwa 15 Tagen im Serum und wird in Nanomol pro Liter (nmol/L) oder Nanogramm pro Milliliter (ng/mL) angegeben, wobei 1 nmol/L 0,4 ng/mL entspricht und 1 ng/mL gleich 2,5 nmol/L ist.
Die Bestimmung des Vitamin-D-Status über 25(OH)D kann aufgrund der unterschiedlichen Tests, die von verschiedenen Laboren verwendet werden, variieren. Dies kann dazu führen, dass die Ergebnisse je nach Methode und Labor zu niedrig oder zu hoch ausfallen. Um diese Herausforderungen anzugehen, wurde ein internationales Standardisierungsprogramm entwickelt, das die Labormessungen vereinheitlichen soll, um die öffentliche Gesundheit zu fördern.
Im Gegensatz dazu ist die zirkulierende Form 1,25-Dihydroxyvitamin D (1,25(OH)2D) kein zuverlässiger Indikator für den Vitamin-D-Status, da sie eine kurze Halbwertszeit hat und ihre Werte durch Hormone wie Schilddrüsenhormon sowie durch Calcium und Phosphat streng reguliert werden. 1,25(OH)2D-Werte sinken in der Regel erst bei schwerwiegendem Vitamin-D-Mangel.
Obwohl 25(OH)D als Biomarker für die Vitamin-D-Exposition dient, ist unklar, inwieweit diese Werte auch den Gesundheitszustand widerspiegeln. Ein Expertengremium der Nationalen Akademien der Wissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Medizin (NASEM) stellte fest, dass Serumkonzentrationen unter 30 nmol/L (12 ng/mL) mit einem Risiko für Vitamin-D-Mangel verbunden sind, während Werte zwischen 30 und 50 nmol/L (12–20 ng/mL) als unzureichend angesehen werden können. Für die meisten Menschen sind Werte von 50 nmol/L (20 ng/mL) oder mehr als ausreichend. Darüber hinaus weisen Konzentrationen über 125 nmol/L (50 ng/mL) auf mögliche Nebenwirkungen hin. Die Endokrine Gesellschaft hat jedoch keine spezifischen Grenzwerte für 25(OH)D in Bezug auf Erreichung, Insuffizienz oder Mangel festgelegt und empfiehlt keine Routinetests bei gesunden Personen.
Zur Bewertung der 25(OH)D-Werte werden verschiedene Referenzwerte herangezogen. Das Robert Koch-Institut orientiert sich an der Klassifikation des US-amerikanischen Institute of Medicine (IOM), die sich auf die Knochengesundheit konzentriert:
Beurteilung der Versorgung | 25-Hydroxy-Vitamin D im Blut in nmol/l (ng/ml) | Klinische Bedeutung/Auswirkung |
|---|---|---|
Schwerer Mangel | <25 nmol/l (<10 ng/ml) | Gefahr einer Mineralisationsstörung des Knochens / Rachitis / Osteomalazie |
Unterversorgung | 25-49 nmol/l (10-19 ng/ml) | Gefahr eines erhöhten Knochenabbaus/-umsatzes und/oder Parathormonanstiegs |
Vitamin D-Mangel | <50 nmol/l (< 20 ng/ml) | Umfasst die Vitamin D- Unterversorgung und den schweren Mangel |
Ausreichende Vitamin D Versorgung (Mindestkonzentration) | 50 nmol/l (20 ng/ml) | Geringes Risiko für Knochenabbau und Parathormonanstieg; neutrale Wirkung bzgl. Stürzen und Frakturen |
Zielwert für Sturz- und Frakturreduktion | 75 nmol/l (30 ng/ml) | Unterdrückung des Parathormonanstiegs und Knochenabbaus, Sturz- und Frakturreduktion |
Entlang dieses Artikels wird deutlich, dass der Vitamin-D-Status durch die Messung von 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D) im Blutserum bestimmt wird. Werte unter 25 nmol/L deuten auf einen schweren Mangel hin, ab 50 nmol/L gilt die Versorgung als ausreichend. Ein Zielwert von 75 nmol/L wird für die Reduktion von Sturz- und Frakturrisiken empfohlen. Verschiedene Laborverfahren können abweichende Ergebnisse liefern, weshalb eine Standardisierung notwendig ist. Routinetests bei gesunden Menschen werden nicht empfohlen; der Fokus liegt auf der Vermeidung von Knochenproblemen wie Rachitis und Osteomalazie.
Quellen:
National Institute of Health. (2024). Office of Dietary Supplements—Vitamin D. Vitamin D Fact Sheet for Health Professionals. Quelle
Robert Koch Institut. (2026). Vitamin D. Quelle
Schweizerische Eidgenossenschaft Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV Lebensmittel und Ernährung. (o. J.). Fachinformation zu Vitamin D. Abgerufen 20. September 2024, von Quelle